Grundsätzliches zum Inhalt

Beim Verfassen einer Abschlussarbeit ist durchgehend darauf zu achten, was und für wen man schreibt.
Das WAS ist eine wissenschaftliche Arbeit, d.h. eine in wissenschaftlichem Stil geschriebene, ausschließlich auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende, wissenschaftliche Methoden und Argumentationsweisen anwendende, staubtrockene Abhandlung mit wenig Satzmelodie und viel Erkenntnisgewinn.
Das FÜR WEN ist ein Prüfer, der umfangreiches Vorwissen besitzt, Dutzende weitere Abschlussarbeiten liest und stets nach einem bestimmten Beurteilungskatalog bewertet. Vergegenwärtigt man sich das FÜR WEN, ist es unnötig, den Beweis zu führen, dass 1 plus 1 2 ergibt, man darf mit den Grundlagen ruhig dort beginnen, wo man einen fachlich versierten Leser verortet.

In einer Abschlussarbeit geht es um Informationstransport durch die Darstellung und Auswertung von Arbeitsergebnissen. Eine Abschlussarbeit ist kein Roman und kein Aufsatz, sie muss weder unterhaltsam noch elegant sein. Ironische Randbemerkungen, Humor und jede Form von Erzählung sind tabu. Es gilt, einen Beweis für die Fähigkeit zu selbständigem wissenschaftlichen Arbeiten zu erbringen, dazu gehören Ernsthaftigkeit und Konzentration auf das Wesentliche.
Wer Familie und Freunde beeindrucken möchte, wird zwangsläufig in einen anderen Stil verfallen als jemand, der sich konsequent den wahren Sinn der Übung vor Augen hält. Letzterer wird auf jeden Fall die größeren Chancen haben, mit seiner Abschlussnote zu beeindrucken.