Konsistenz einer Abschlussarbeit

Der Rote Faden ist das Rückgrat jeder Abschlussarbeit. Man kann ihn sich als Gerüst mit einer dominierenden Säule in seiner Mitte und einigen kleinen Abzweigungen vorstellen, die aber nicht ins Leere laufen dürfen, sondern stets den Weg zurück zur Säule finden müssen. Gleichzeitig ist er das Positioning System des Lesers.

Ein Roter Faden wird gesponnen, indem man Inhalte konsequent aufeinander aufbaut und dies dokumentiert. Ein logisch strukturierter Aufbau muss dem Leser anschaulich präsentiert werden. Alle thematischen Abschnitte werden über die Beschreibung ihrer gegenseitigen Beziehung miteinander verbunden, während sie auf das Ziel zustreben. So empfiehlt es sich, am Ende jedes größeren Abschnitts ein auf den Gesamtplan bezogenes Resümee zu ziehen und dementsprechend am Beginn des folgenden Abschnitts kurz dessen Bedeutung für den Gesamtplan zu skizzieren. Das Grundprinzip lautet: Sag, was du sagen willst - sag es - sag, was du gesagt hast. Das mag übertrieben erscheinen, ist der Nachvollziehbarkeit jedoch enorm zuträglich. Es gilt dabei natürlich gleichzeitig, Wiederholungen zu vermeiden. Hört sich schwierig an, ist auch so, aber es ist ebenso machbar.

Ein Roter Faden hat nur geringe Toleranzen, was seine Abweichungen betrifft, er ist bei großen thematischen Abschweifungen kaum mehr zu fassen. Wiederholungen sorgen für Verknotungen des Fadens. Falls ein thematischer Bezug mehrmals hergestellt werden muss, ist es besser, auf die vorangegangene Stelle zu verweisen. Dass inhaltliche Widersprüche der Tod einer jeden Konsistenz sind, muss nicht weiter erläutert werden. Verfolgt man die Entwicklung seines Roten Fadens konsequent, können Abweichungen, Wiederholungen und Widersprüche streng genommen gar nicht auftreten.

Man sollte sich nie scheuen, einmal Erschaffenes wieder zu verwerfen. Es nur stehen zu lassen und möglicherweise brachial an einen Roten Faden zu knüpfen, weil es doch Arbeit gemacht hat, ist mit Sicherheit der falsche Weg.