Literaturmanagement

Auswahl

Eine sorgfältige Sichtung aller einschlägigen Literatur ist die Textgrundlage jeder Abschlussarbeit. Aus dem gesichteten Material werden nun die Werke und Passagen extrahiert, die für das gewählte Thema von Relevanz sind. Es geht nicht darum, den Beweis zu erbringen, wieviel man gelesen hat, und ein möglichst langes Literaturverzeichnis anführen zu können. Ziel ist der Nachweis der Fähigkeit zu wissenschaftlichem Arbeiten, dazu gehört die Trennung von Relevantem und Irrelevantem. Sollte man den Eindruck haben, auf Seiten des Relevanten bestehe noch immer Kürzungsbedarf, gilt es, die 'bedeutenden' Quellen herauszufiltern. Dies funktioniert recht zuverlässig über die Häufigkeit ihrer Nennung in anderen Quellen.
Angeführte Literatur sollte vorzugsweise Primärliteratur sein, also gilt es herauszufinden, wer etwas zuerst geschrieben hat. Ergebnisse heranzuziehen, die auf Ergebnissen Dritter beruhen, ist schlechter Stil. Lehrbücher geben nur wieder, tragen jedoch nichts Neues bei, sind also für die Recherche sinnvoll, jedoch im Literaturverzeichnis zu meiden. Besser sind immer Quellen wissenschaftlichen Ursprungs. Bei Verwendung nicht wissenschaftlicher Quellen sollte dies kenntlich gemacht, begründet und die Literatur selbst kritisch beurteilt werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Aktualität. Durch Zitate wird verdeutlicht, dass man den gegenwärtigen Stand der Forschung berücksichtigt. Herangezogen werden sollte daher immer die aktuelle Auflage eines Werkes und auch hier ist auf das Jahr der Veröffentlichung zu achten. Je aktueller die Quelle, auf die Bezug genommen wird, desto geringer die Gefahr, sich auf längst überholte Thesen und Ergebnisse zu stützen.
Software kann beim Sichten und Verwalten von Literatur sehr hilfreich sein, ein bewährtes Programm zum Literaturmanagement ist z.B. der Citavi.

Auswertung

Bewertungskriterium für Abschlussarbeiten ist häufig die geeignete Schwerpunktsetzung in der Wahl der Literaturquellen. Natürlich ist es sinnvoll, ein möglichst breites Spektrum abzudecken, um nicht in den Verdacht der Einseitigkeit zu geraten. Dabei darf aber keinesfalls der Eindruck entstehen, man habe sich verzettelt und die einzelnen Quellen nicht gewichten können.
Ebenfalls erwartet wird ein kritischer Umgang mit verwendeter Literatur. Wenn ein Anderer einen Fehler macht, gibt es keine Ausrede dafür, diesen Fehler zu übernehmen. Nicht alles, das jemals veröffentlicht wurde, wurde auch auf seine Richtigkeit überprüft. Und wenn Andere Lücken gelassen haben, gilt es, diese auch zu benennen.

Verwendung

Literaturquellen finden im Text entweder als wörtliches Zitat oder sinngemäß Verwendung. Wörtliche Zitate stören, gerade wenn sie umfangreich sind, oft den Textfluss und gelten daher tendenziell als unschön. Ist ein Zitat besonders prägnant oder seine Nennung unabdingbar, gehört es auch als solches in den Text. Generell aber gilt eine sinngemäße Wiedergabe als die bessere Wahl, auch weil damit meist schon die Auswertung der Quelle verbunden ist. Bezüge, Erläuterungen und auch Kritik lassen erkennen, ob die angegebene Literatur tatsächlich verstanden wurde.
Es muss immer streng zwischen Fremd- und Eigenleistung differenziert werden. Jede wörtliche sinngemäße Übernahme fremder Informationen oder Gedanken ist unbedingt kenntlich zu machen.